In der Praxis werden verschiedene Begriffe für virtuelle Währungen verwendet, wie z.B. “alternative Währung” oder “Krypto-Geld”.
Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ist eine virtuelle Währung eine digitale Darstellung eines Wertes, die nicht von einer Zentralbank, einem Kreditinstitut oder einem E-Geld-Institut ausgegeben wird und die in einigen Fällen als Alternative zum Geld verwendet werden kann.
Im Gegensatz zu einer Währung sind virtuelle Währungen kein gesetzliches Zahlungsmittel und stellen kein Tauschmittel dar, dessen Wert von einer Zentralbank garantiert wird. Ihr Wert beruht daher allein auf dem Vertrauen, das Inhaber und Nutzer in die Akzeptanz virtueller Währungen als Tauschmittel setzen. Virtuelle Währungen können elektronisch übertragen, gespeichert und ausgetauscht werden. Sie unterliegen keiner spezifischen Regulierung auf nationaler oder europäischer Ebene und bieten Anlegern keinen rechtlichen Schutz.
Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen
Investitionen in virtuelle Währungen können extrem riskant sein und sind hoch spekulativ. Anleger sind daher beim Kauf virtueller Währungen oder verwandter Finanzprodukte einer Reihe von Risiken ausgesetzt:
Risiko der Volatilität und von Preisblasen
Die meisten virtuellen Währungen unterliegen einer extremen Preisvolatilität, die innerhalb eines einzigen Tages auftreten kann, und können eine Preisblase bilden. In einem Umfeld, in dem es an Transparenz und Aufsicht mangelt, ist es wahrscheinlich, dass es immer wieder zu vorübergehenden oder anhaltenden Tendenzen zu Preisextremen kommt. Als Folge solcher Ereignisse kann das investierte Kapital teilweise oder ganz in sehr kurzer Zeit verloren gehen.
Mangelnder Schutz und Diebstahlrisiko
Bei virtuellen Währungen handelt es sich nicht um regulierte Produkte und genießen keinen besonderen Schutz. Handelsplattformen und Speichersysteme für virtuelle Währungen können Sicherheitslücken aufweisen, die zu Risiken von Hacking und Diebstahl führen können. Darüber hinaus ist im Falle des Konkurses des Dienstleisters kein Investitionsschutz gewährleistet. Solche Risiken können zum Totalverlust der betreffenden Investitionen führen.
Mangel an Liquidität
Der Handel mit virtuellen Währungen auf spezialisierten Handelsplattformen setzt voraus, dass eine ausreichende Nachfrage von dritter Seite besteht. Dies kann zur Folge haben, dass Inhaber virtueller Währungen diese nicht oder nur zu ungünstigen Konditionen weiterverkaufen können.
Schnelle Wertsteigerung
Die rasche Wertsteigerung bestimmter virtueller Währungen kann keinesfalls als Garantie für die zukünftige Entwicklung angesehen werden. Schwankungen können auch in die entgegengesetzte Richtung erfolgen und Inhaber laufen Gefahr alles zu verlieren.
Betriebsunterbrechungen
Die Technologien, die den virtuellen Währungen zugrunde liegen, und die Dienstleistungen rund um die Schaffung, Speicherung oder Übertragung virtueller Währungen sind besonders innovativ. Allerdings sind die Nutzer der Gefahr dauerhafter oder vorübergehender Systemunterbrechungen, Hackingversuchen, Problemen im Zusammenhang mit Aktivitätsspitzen usw. ausgesetzt. In Zeiten von Fehlfunktionen können Inhaber virtueller Währungen Transaktionen nicht mehr zum gewünschten Zeitpunkt durchführen und können in dieser Zeit erhebliche Verluste durch Wertschwankungen erleiden.
Irreführende Informationen
Die den Anlegern zur Verfügung gestellten Informationen sind sehr oft unvollständig, schwer verständlich oder spiegeln nicht alle Risiken wider, die mit virtuellen Währungen verbunden sind.
Mangelnde Transparenz über Gebühren und den Preisbildungsprozess; Gefahr der Preismanipulation
Aufgrund der mangelnden Transparenz von Gebühren und Verfügbarkeit an aussagekräftigen Informationen, besteht die Gefahr von Kursmanipulationen bei virtuellen Währungen. Durch das Fehlen von Transparenzregeln und einer Überwachung des Preisbildungsprozesses kann eine faire und gerechte Behandlung in Bezug auf den Umfang der Informationen, der den verschiedenen Teilnehmern zur Verfügung steht, nicht garantiert werden. Für einige Währungen und für einige Handelsplattformen sind die Kauf- und Verkaufskosten sehr hoch und werden nicht transparent dargestellt.
Betrug und Geldwäsche
Der Mangel an Regulierung und Aufsicht zieht Kriminelle an, die virtuelle Währungen in betrügerischen Systemen, als Teil eines Lösegeldes, zum Waschen von Geldern illegalen Ursprungs oder zur Terrorismusfinanzierung verwenden.
Investition nicht für alle Investoren und Ziele geeignet
Die hohe Volatilität der virtuellen Währungen bedeutet, dass es für die meisten Verbraucher nicht ratsam ist größere Anteile ihres Vermögens in virtuelle Währungen zu investieren und keinesfalls sollten mit Anlagen in virtuelle Währungen langfristige Ziele wie Pensionspläne verfolgt werden. Es sollen nur Gelder in virtuelle Währungen investiert werden, deren Verlust verkraftbar ist. Der Anleger sollte finanziell und psychologisch in der Lage sein, ein Totalverlustrisiko tragen zu können.
Ratschläge für Personen, die virtuelle Währungen oder damit verbundene Finanzprodukte kaufen möchten:
- Informieren Sie sich im Voraus und umfassend über die mit einem solchen Kauf verbundenen Risiken;
- Versuchen sie die technische Funktionsweise der virtuellen Währung zu verstehen;
- Analysieren Sie die mit der vorgeschlagenen Investition verbundenen Risiken und bewerten Sie die möglichen Folgen eines Totalverlustes der Investition im Hinblick auf ihre finanzielle Situation;
- Informieren Sie sich über den Aufbewahrungsmodus der virtuellen Währungen sowie über die Sicherheit des Speichermediums;
- Versichern Sie sich, dass Ihre elektronischen Geräte über angemessene Sicherheitsmaßnahmen verfügen, um Unbefugten den Zugang zu verweigern;
- Überprüfen Sie, ob der Anbieter der behauptet eine Lizenz zu besitzen, tatsächlich in seinem Herkunftsland lizenziert ist, und wenn ja, welchen Umfang diese Lizenzierung hat, d.h. welche Dienste überwacht werden.